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Technik

Etwas Technik, zbs. Vespa, Auto oder sond was lustiges.

FAQ

Fahrzeug Batterien

Ausgangslage
Verbrenner Fahrzeuge haben eine Starterbatterie. (Eigentlich ist das ein Akku, da er geladen wird...)
Durch die neuartigen Systeme mit Start / Stopp Technik und viele elektronischen Verbrauchern, gibt es unterschiedliche Modelle. Auch ältere Fahrzeuge ohne Start / Stopp profitieren von dieser neuen Technik. Damit habe ich mich beschäftigt und hier die Erkenntnisse zusammengetragen.

Blei / Kalzium-Batterien
Batterie für herkömmliche Fahrzeuge ohne Start/Stopp Technik. Nur Starten des Motors ist das Ziel. Danach übernimmt der Alternator die Stromversorgung.
Heute weitgehend verschlossen und wartungsarm. Ein sicherer Wert bei normalen älteren Fahrzeugen mit normalen Verbrauchern. Die Stromspannung liegt bei 14.4 Volt (Stark schwankend nach unten.).
Nachgeladen werden diese Batterien mit Ladegerät im "Auto" oder "KFZ" Modus mit 14.3 Volt und ~4 Ampere.  Nachteil: Relativ hoher Leistungsabfall wenn das Fahrzeug nicht gefahren wird.

Blei-Gel (VRLA)
Diese Modelle werden vorwiegend in Rollern und Motorräder ohne Start/Stopp Technik verwendet.
Problemlose wartungsarme Handhabung in Verkleidungen oder unter dem Sattel.
VRLA ist ein Überdruckventil und regelt den Druckausgleich.
Nachgeladen werden diese Batterien mit Ladegerät wie herkömmliche Blei Batterien im "Motorrad" Modus mit 14.3 Volt und ~1 Ampere.  Die Ladeschlussspannung bei Gel Batterien liegt zwischen 14,2V und 14,4V und darf niemals überschritten werden. Vorteil: Auslaufsicher und liegend verbaubar. Fast keine Selbstentladung wenn das Fahrzeug nicht gefahren wird.

AGM (VRLA)
Start/Stop Batterie für Fahrzeuge mit Bremsrückgewinnung und noch mehr elektronische Verbraucher. VRLA ist ein Überdruckventil und regelt den Druckausgleich.
Kann in an sich als Blei Batterie Ersatz verwendet werden. Sollte aber nicht im Motorraum montiert werden.
Optimal ist diese Batterie, wenn die Ladeelektronik für diese Technik ausgelegt wurde. AGM Fahrzeuge brauchen immer eine AGM Batterie. Eine AGM Batterie ist nie ganz voll. 20 % bleiben für die Bremsrückgewinnung als "Speicher" frei. Diese Batterie wird üblicherweise im Innenraum des Fahrzeuges verbaut da diese keine Motorraum Hitze ertragen. Geladen werden diese Batterien mit Ladegerät im Modus "Kalte Jahreszeit(Schneeflocke) / AGM" mit bis zu 14.7 Volt und ~4 Ampere. (Das Ladegerät muss für AGM ausgelegt sein.) Beim Motorrad/Vespa genau so, allerding nur mit etwa ~1Ampere ,aber das regelt das moderne Ladegerät automatisch.
Wichtig ist bei AGM –, dass mit der richtigen Ladekennlinie geladen wird, da dies in erster Linie für die Lebensdauer von AGM-Batterien von grosser Bedeutung ist. Ganz wichtig ist auch, dass immer wieder über ein geeignetes Ladegerät geladen wird, da über die Lichtmaschine keine Volladung möglich ist und dann die Batterien zu früh unter Kapazitätsverlust leiden. Durch das Nachladen mit max.14.7 Volt, wird das Innenleben der Batterie aufgewühlt und dem sulfatisieren der Batereie entgegengwewirkt. Ergo hält diese dann länger.
Vorteil: Hält Extremsituationen sehr gut aus.

EFB
Eine verbesserte konventionelle Blei Batterie, welche für einfache Start/Stopp Fahrzeuge ohne Bremsrückgewinnung entwickelt wurde.
Diese Batterie kann als Ersatz von herkömmlichen Blei Modellen verwendet werden. Ideal, wenn im Auto Soundanlage , Navi , Smartphone geladen, Sitzheizung, Kühlschrank etc. nachgerüstet wurde. Ebenso, wenn nur Kurzstrecken oder <10'000km gefahren werden. Taxi, Kuriere oder Fahrten vorwiegend in der Stadt profitieren ungemein davon. Die Stromspannung liegt idealerweise bei 14.4 - 14.6Volt. Dies sollten Lichtmaschinen ab ~JG 2000  problemlos an Strom anliefern können.
Nachgeladen werden diese Batterien mit herkömlichen Ladegeräten im "Auto" / "KFZ" Modus mit 14.3 Volt und ~4 Ampere. Viel besser und exakter sind Ladegeräte mit EFB Modus und optimaler Ladelinie mit 14.55 Volt und 1/10 der AH Leistung. Vorteil: Hält Extremsituationen länger stand. Kann im gegensatz zu AGM im Motorraum platziert werden und ist ein toller Ersatz herkömmlicher Batterien. Braucht im besten Fall ein Ladegerät für EFB Batterien -14.5Volt.

Lithium-Ionen Batterie
Diese Batterie findet man relativ oft bei neueren Motorrädern der Marke Harley Davidson. Eine LiFePO4 Batterie kann auch nachgerüstet in ältere Fahrzeuge verwendet werden. Allerdings muss der Laderegler dafür geprüft und eventuell eingestellt werden, sofern überhaupt möglich.  Zyklenfest, aber heikel, wenn die Lichtmaschine betagt ist. In Hybrid und Sportwagen sind diese Dinger auch anzutreffen, da wenig Gewicht.
Nachteilig ist das schlechte Verhalten unter 0 Grad. Da beginnen die Probleme im Skigebiet.
Geladen werden diese Batterien mit Ladegerät im Modus "Lithium" konstant und gleichmässig mit 14.3 Volt und ~4 Ampere. (Das Ladegerät muss für Lithium ausgelegt sein und darf nicht über 14.6Volt gehen.). Vorteil: Leicht, klein. Nachteil: Teuer, in Zentraleuropa eher falsches Klima dafür.

Ladegeräte
Das ProCharger 4000 im Louis Motorrad Shop für Motorrad und Auto bis 60AH für alle Batterien, ausser EFB. Praktisch ist das optional erhältliche Verlängerungskabel für Batterieanschluss mit Batteriezustandsanzeige. Zbs. bei Vespas kann das Kabel unter den Sitz verlegt werden und ruckzuck nachgeladen werden.
Gute aber Geräte gibt es auch von der Firma Ctek. zbs. das CT5 Start/Stop für EFB und AGM.
Das AEG DL4 /DL6 oder DL8 kann ebenso mit EFB und AGM und älteren Batterien umgehen.

Richtig Laden
Sollten Sie ein Nachladen in Erwägung ziehen ist hier eine Anleitung.
-> Im ausgebauten Zustand,
Entfernen Sie die Batterie und laden die Batterie an einem sicheren Ort mit guter Belüftung.
Rotes (Plus) Kabel an Rot und Minus (Schwarz) an Masse Pol. Stecker in die Steckdose und am Ladegerät richtigen Modus auswählen. Die Ampere Leistung ist mit 1/10 der AH Leistung der Batterie zu wählen. Zbs. im Auto Modus , 60AH : 10 = max. 6 Ampere Ladestrom. oder im Motorrad / oder AGM Modus 14AH :10 = max.1.4 Ampere. Das regelt ein vernünftiges Ladegerät aber selber.

-> Im eingebauten Zustand,
Grundsätzlich kann man die Batterie eingebaut beladen. Eine Bordelektronik verträgt 16.2 Volt und so hoch wird nicht geladen. Ausserdem ist die Zündung abgestellt. Das rote (Plus) Kabel kommt an den roten Pluspol der Batterie. Das schwarze (Masse) Kabel gehört an einen Ort der Karosserie oder Motorblock. (Nicht an den schwarzen Masse Pol ) Stecker in Steckdose und richtiger Modus wählen. Auch noch praktisch sind die Verlängerungskabel des Ladegerätes. Das wird fest an die Batterie montiert und das Kabelende mit Steckanschluss gut zugänglich verlegt.

Testutensilien und Werkzeuge
Ein Multimeter aus dem Baumarkt macht Sinn. Gerade um die max. Stromspannung im Fahrbetrieb oder im Ruhebetrieb messen zu können.
Eine neue Batterie hat mindestens 12.73 Volt Ruhespannung. Bis 12.5Volt gilt eine Batterie als ok.
Gemessen wird dies nach 5 Stunden ruhe, bis sich die Batterie wieder beruhigt hat.
Bei laufendem Motor müssten von der Lichtmaschine rund 14.6Volt an die Batterie angeliefert werden. Bei älteren Fahrzeugen oder Roller kann dies sehr nach unten oder oben schwanken. Bei AGM max.14.8Volt.
Intact "Battery-Guard Batterieüberwachung" ist für rund 20.- ein kleiner Helfer. Die Resultate der Batterie werden auf dem Smartphone auf der App abgelesen.

Ladespannungen einer Batterie in Ruhezustand nach ~ 5 Std.

Vespa Tipps

Eine Vespa ist was feines.